Digitalisierung in der Landwirtschaft

Dieser landwirtschaftliche Betrieb wird nach dem Prinzip des Präzisionsackerbaus (Precision Farming) bewirtschaftet. Mit diesem digitalen Verfahren ist eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Nutzflächen möglich. Dabei werden innerhalb eines Feldes die unterschiedlichen Bodenzonen und die Ertragsfähigkeit berücksichtigt.

Es werden Satellitenbilder des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) genutzt, die den sog. Normierten Differenzierten VegetationsIndex (NDVI) ausgeben. Je grüner und vitaler die Pflanze ist, desto höher liegt der Index. Die Pflanzen reagieren mit ihrem Wachstum auf unterschiedliche Bodenverhältnisse, Wasser- und Nährstoffversorgung, Krankheiten, Pilzbefall u.v.m.

Aus den Satellitendaten werden sogenannte Managementkarten mit einer Auflösung von 10x10m erstellt, die in den meisten Fällen 5 Zonen zeigen, von sehr gut bis sehr schlecht. Damit kann man dann Applikationskarten erstellen, in denen festgelegt wird, wieviel Dünger, Spritzmittel oder Saatgut in den einzelnen Zonen gegeben werden sollen. Dabei kommuniziert ein GPS-gesteuerter Rechner auf dem Schlepper mit der jeweiligen Maschine und überträgt die Daten der Applikationskarte. Auf sehr guten Flächen (Zone 1) wird die Aufwandmenge erhöht, in den sehr schlechten Zonen (Zone 5) wird die niedrigste Gabe verabreicht.

Der Gedanke ist, Felder zielgerichtet, bedarfsgerecht und nachhaltig zu bewirtschaften, um eine höhere Ressourceneffizienz zu erreichen. Das ermöglicht eine gezieltere Saat bzw. Düngung und kann damit zu Einsparungen bei Betriebsmitteln und einer ökologischen Entlastung durch geringeren Einsatz von Herbiziden und mineralischen Düngern führen und den Einsatz von Pestiziden reduzieren.